Welche Möglichkeiten zur Datensicherung gibt es?

KRACK, Sinowal, Qhost, WannaCry – nur einige der vielen Bedrohungen, die die Funktionsfähigkeit und Sicherheit der IT täglich durch Viren, Malware, Trojaner und Sicherheitslücken gefährden. Umso wichtiger ist es, im Disaster Fall auf ein Backup zurückgreifen zu können, mit dem es möglich ist, einen zuletzt bekannten und sicheren Status Quo wiederherzustellen.

Zur Umsetzung einer erfolgreichen Backup-Strategie empfiehlt sich die 3-2-1 Regel: Diese besagt, dass wichtige Dateien in 3 Versionen (Original und 2 Kopien) auf 2 verschiedenen Sicherungsmedien an mindestens 1 ausgelagerten Ort gesichert werden sollten. Der ausgelagerte Ort sollte sich dabei mindestens in einem anderen Brandabschnitt, besser an einem anderen Standort (z.B. Bankschliessfach) befinden, um z.B. bei einem größeren Brand ein externes Backup zur Verfügung zu haben.

Grundsätzlich eignen sich als Sicherungsmedium folgende Alternativen:

1. Klassische Festplatten

    Klassische Festplatten findet man in jeder Backup-Strategie. Im Rahmen einer HA-Strategie werden Disks durch entsprechende Deduplizierung von Daten genutzt und sind damit ein erster Sicherheits-Puffer. Ein Backup auf ein klassisches Festplatten-System (z.B. NAS oder ein dediziertes Storage System) bietet dabei einen entschiedenen Geschwindigkeits-Vorteil – sowohl beim Sichern der Daten als auch während des Restore Verfahrens. Durch die Benutzung von SSDs statt klassischen HDDs wird zudem der Verlust durch mechanischen Defekt einer HDD minimiert.

2. Sicherung über RDX Laufwerk

    Als Alternative zu einem Backup auf ein klassisches Festplatten System bieten sich sogenannte RDX Laufwerke an. Das RDX System besteht aus dem sogenannten RDX-Dock und dem RDX-Cartridges – also einem Laufwerk und den passenden RDX Speichermedien. Diese bieten einige Besonderheiten in der Bauart: die mechanischen Teile werden durch besonders robuste Gehäuse, meistens mit einer Gummiummantelung, geschützt und sind preislich vergleichbar mit einer normalen HDD – bieten aber eine deutlich höhere Lebensdauer.

3.Sicherung über Band-Laufwerk

    Der zunehmende Siegeszug der Digitalisierung zeigt sich u.a. im rasanten Anstieg der Datenmengen innerhalb einer Organisation. Hier zeigt sich auch der entscheidende Vorteil einer Datensicherung auf Band: seit über 10 Jahren hat sich im Rahmen der Datensicherung auf Band die sogenannte LTO Technologie als Standard etabliert. Mit dem demnächst verfügbaren LTO-8 Protokoll bietet ein LTO-Medium eine Kapazität von bis zu 32 TB bei entsprechender Komprimierung. Ein weiterer Vorteil ist u.a., dass die Band-Laufwerke ab Werk bereits mit einer entsprechenden Verschlüsselung ausgestattet sind.

4. Cloud-Sicherung

    Bei einer schnellen Netzwerk bzw. Internetanbindung sind Backups in die sogenannte Cloud eine Option. Ein entscheidender Vorteil ist hier u.a., dass vor Ort keine Hardware betrieben werden muss. Ein wichtiger Faktor für die Kosten/Nutzung Rechnung ist dabei die benötigte Speicherkapazität – fallen bei einigen Gigabytes nur Cent-Beträge an, können sich bei längerfristiger Speicherung auch spürbar höhere Kosten ergeben. Zudem sollte genau geprüft werden, wie der Datenschutz bei dem entsprechenden Cloud-Provider umgesetzt und sichergestellt wird. Inzwischen gibt es einige Backup-Lösungen, wie z.B. Veeam, die die Integration einer Datensicherung in die Cloud inkl. entsprechenden Verschlüsselungsoptionen unterstützen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine geeignete Backup-Lösung im Rahmen einer kompletten Sicherungs- und Disaster Recovery Strategie erarbeitet werden muss. Wichtige Aspekte sind u.a. die Menge und kritische Einstufung der zu sichernden Daten, die Sicherstellung von Datenschutzthemen und Verschlüsselung, der Etablierung von entsprechenden Test-Szenarien. Eine durchdachte Backup-Strategie kann schnell ausufern – jede Technologie hat ihre eigene Berechtigung und einen entsprechenden Kosten-Nutzen-Faktor, es gibt keinen allgemein gültigen Lösungsansatz.

Jens-Christian Hinsberger

Jens-Christian Hinsberger

Projekt Manager

Braintowers neuer Jens-Christian ist der feinsinnige Typ fürs Grobe. Als Projektleiter ist er die fleischgewordene Problemlösemaschine. Spielt Trompete. Im Verein. Richtig Gut. Teilt seine Süßigkeiten ohne Hintergedanken.

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