VORSICHT NETZWERKPAPIERKORB!

Als Backuprepository (Das Ziel, auf das Backupdateien geschrieben werden) werden heutzutage gerne relativ günstige NAS Systeme von Herstellern wie z.B. QNAP oder Synology verwendet.
Hier ist prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, insbesondere da diese Systeme mittlerweile fast alle die Möglichkeit bieten, zusätzlich an lokal angeschlossene USB Laufwerke nochmals Verzeichnisse zu duplizieren. So lässt sich mit wenig finanziellem Aufwand die Datensicherung auf ein Wechselmedium sicher auszulagern.
Die Einrichtung des NAS als Backuptarget gestaltet sich im Allgemeinen auch recht einfach. Allerdings gilt es einen wichtigen Punkt zu beachten, welcher gerne übersehen wird und sich erst einige Zeit später durch zum Beispiel fehlgeschlagene Backups bemerkbar macht.

Meist durch so unangenehme Fehler wie: Nicht genügend Speicherplatz auf dem Zielverzeichnis.
Oder kryptischer: Backup fehlgeschlagen gefolgt von Errorcodes, die einem zunächst nicht viel sagen.

Es handelt sich hier um den eventuell aktivierten Netzwerkpapierkorb des NAS Systems.
Wenn dieser, insbesondere für das Backupverzeichnis, aktiviert ist, läuft das Storage zwangsläufig irgendwann voll.
Die Backupsoftware löscht zwar, wie konfiguriert, alte Backupdateien, so dass sich im Repository keine Probleme erkennen lassen. Aber das NAS selbst verschiebt die alten Backupdateien unter Umständen lediglich in den eigenen Papierkorb.
Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis der Speicher aufgebraucht ist.

Am Beispiel einer QNAP TS-251 möchte ich zeigen, wie man den Papierkorb für diesen Anwendungsfall deaktiviert.

Auf dem Hauptbildschirm ist dieser unten links zu finden.

Oder über die Schnellsuche in der Taskleiste,

oder in der Systemsteuerung.

Die einfachste Art das Problem zu eliminieren ist, den Papierkorb für das komplette NAS einheitlich zu konfigurieren:
Entweder man deaktiviert ihn komplett, setzt die Aufbewahrungsfrist für gelöschte Dateien auf einen kürzeren Zeitraum, oder schließt die Dateitypen aus, welche den Backupfiles zuzuordnen sind.
(Im Falle von VEEAM wären das zum Beispiel „*vib,*vbk, *vbm“ , bei Acronis zum Beispiel „*.tib“)

Alternativ, wenn das NAS System noch für andere Daten genutzt wird, kann man dies auch auf den Backupordner direkt konfigurieren.

Wir haben hier unseren Beispielordner „VEEAM“ genannt.
Dort kann man über die Eigenschaften dann explizit den Papierkorb abwählen.

Wenn man diese Konfigurationshinweise beachtet, dürfte zumindest bei NAS Systemen von QNAP das Problem mit unerklärbarem Ressourcenschwund nicht mehr auftreten.

Bei anderen Herstellern sollte man sich die Funktion des Papierkorbes ebenfalls genauer betrachten, sofern so ein Feature existiert.

Andreas Fischbach

Andreas Fischbach

Technischer Leiter

Das Andreas am selben Tag Geburtstag feiert wie Stephan Raab kann kein Zufall sein. Mit einem tiefschwarzen Humor kaschiert Andreas seine fast schon hysterische Angst vor Blockbuster Spoilern. Sammelt Flipper wie andere Leute Socken und ist immer auf der Suche nach einem guten Deal.

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