Experten warnen bereits seit Monaten. Jetzt ist es so weit. Seit Dienstag gibt es keinen kostenlosen Support mehr für Windows 7. Ein Problem vor allem deshalb, weil auf vielen PCs immer noch das alte Betriebssystem von Microsoft läuft. Tatsächlich sollen immer noch 30 % aller PC Nutzer das Software-Urgestein im Einsatz haben.

Windows 7 wurde vor über zehn Jahren als Nachfolger von Windows Vista veröffentlicht. Der Nachfolger Windows 8 startete mit Problemen und konnte viele Anwender deshalb von Anfang an nicht überzeugen. So blieben auch viele Unternehmen nach 2014 als treue User von Windows 7 erhalten.
Unternehmen und Organisationen können bei Microsoft eine Karenzzeit erkaufen und weiterhin kostenpflichtige Updates erwerben. Für Privatanwender wird es keinen Zugriff mehr auf Sicherheitsupdates geben.

Windows 7 gilt allgemein als ausgereift. Trotzdem wurde in letzter Zeit immer mehr Schwachstellen entdeckt. Wurden im Jahr 2010 64 Sicherheitslücken gefunden, markierte 2019 mit 250 offiziell registrierten Problemen einen Rekord.

Sicherheitsexperten prognostizieren für das Ende des kostenlosen Produktsupports für Windows 7, dass es so laufen könnte, wie es einst am Ende des Supports für Windows XP war: im Jahr 2017 kompromittierten die Trojaner WannaCry und Petya weltweit PCs. Windows XP war zu diesem Zeitpunkt seit Jahren nicht mehr aktualisiert worden, was die verbliebenen XP-Installationen besonders anfällig machte. Der entstandene Schaden ging damals in die Millionen Höhe. Die weiterhin hohen Nutzerzahlen von Windows 7 versprechen Kriminellen fette Beute.

Sollten Unternehmen und Behörden das Support Ende von Windows 7 ignorieren, riskieren sie aber nicht nur Cyberangriffe. Zusätzlich verstoßen sie nach Einschätzung von Experten auch gegen die europäische Datenschutzverordnung. Laut DSGVO muss bei der Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten der „Stand der Technik“ eingehalten werden.
Wenn Unternehmen, aber auch Ärzte oder Anwälte, die personenbezogene Daten verarbeiten und speichern, weiterhin Windows 7 einsetzen handeln gegen die DSGVO. Im Falle von Datendiebstahl könnte die von den Datenschutzbehörden verhängte Strafe entsprechend höher ausfallen. Ob Versicherungen für den entstandenen Schaden aufkommen, ist zu bezweifeln.

Was jetzt zu tun ist:
Es mag zwar keinen kostenlosen Support für Windows 7 mehr geben, Anwender haben aber die Möglichkeit, kostenlos auf Windows 10 umzusteigen. Folgende Möglichkeiten zum Wechsel bestehen:

  • Umstellung von Windows 7 auf Windows 10 per Upgrade
  • Ersetzen Sie Windows 7 durch Windows 10 durch eine Neuinstallation
  • Installieren Sie Windows 10 als neues Betriebssystem parallel zum alten

Wenn Sie von Windows 7 auf Windows 10 umstellen, haben Sie folgende Vorteile: Programme, Einstellungen und Daten bleiben unangetastet. Dies gilt auch, wenn Sie Windows 10 parallel zur Version 7 installieren. Aber bevor Sie jetzt loslaufen und updaten: erstellen Sie zuerst ein Back Up Ihrer Daten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite von Microsoft.

Tim Hassdenteufel

Tim Hassdenteufel

Unternehmenskommunikation

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